Freitag, 6. Februar 2015

Leben ohne (herkömmliches) Shampoo

Nein, das heißt nicht, dass die Haare nicht mehr gewaschen werden…

Wobei es auch die Methode gibt, auf waschen ganz zu verzichten und die Haare durch kämmen, bürsten, massieren etc. zu reinigen. Damit habe ich mich aber nicht befasst.

Ich hab schon lange Probleme mit meinen Haaren. Sie sind oft widerspenstig, sehen nach einem Tag schon wieder schlecht aus, manchmal sogar schon direkt nach dem Waschen, sie sind dünn, lassen sich schlecht stylen und ich habe viel Haarausfall.
Ich habe schon sooooooooooooooooooooooo viele Shampoos ausprobiert und selbst jetzt, wo ich schon lange Koffeinshampoo benutze, wird es nicht besser (vor allem der Haarausfall).
Bei mir wurde in der Schwangerschaft eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert und da hab ich gedacht, JETZT hab ich endlich den Grund gefunden (grad für den Haarausfall), aber nichts besserte sich.
Nun ist so ein Koffein Shampoo für die Frau nicht grad billig. Ich habe schon länger überlegt, wo ich drauf umsteigen soll, weil wenn das Mittel nicht die gewünschte Wirkung zeigt, brauch ich ja nicht weiterhin das teure Zeugs kaufen. 
Ich hab öfters schon von natürlichen Mitteln fürs Haare waschen gehört, hab mich aber selbst nicht so recht daran getraut, weil ich dachte, das ist so kompliziert und mit so viel Aufwand verbunden. Und irgendwie hört sich das auch komisch an, was man sich da so in die Haare schmieren soll (auf den ersten Blick).
In einer meiner Gruppen kam dieses Thema letzten groß auf und da dachte ich mir:
„Das versuchst du jetzt mal“

Ein Leben ohne (herkömmliches) Shampoo

Unser Haar brauch eigentlich kein Shampoo, zumindest nicht das, was man konventionell im Laden kaufen kann und in der Werbung vermarktet wird. Unter anderen in Shampoos sind Tenside enthalten, die dazu da sind, dass z.B. ein Shampoo Schmutz lösen kann. Sie können auch zu trockener Kopfhaut und Juckreiz oder allergische Reaktionen führen. Es gibt milde und aggressive Tenside, wo man aber nicht davon ausgehen muss, dass man mit den milden besser zurecht kommt und mit den aggressiven mehr Probleme haben wird. 
Damit wäscht man auch das Sebum aus den Haaren, welches aber eigentlich die Haare zum Schutz und Pflege brauchen.
Sebum ist nichts weiter als umgangssprachlich Talg. Durch ein herkömmliches Shampoo werden auch die Talgdrüsen dazu angeregt, dies vermehrt zu produzieren, da es bei jedem waschen weggespült wird, was alles aus dem Gleichgewicht bringt. 
Entscheidet man sich jetzt die Haare zu waschen mit Shampoo o.ä ohne künstliche Tenside, ist erst mal die Talgproduktion völlig aus dem Ruder und muss sich wieder einspielen. Dann werden die Haare „fettig“, da immer noch zu viel produziert wird, da es ja vorher immer weggespült wurde, aber jetzt da bleiben darf, wo es hingehört.
Außerdem sollte man auf Silikone im Shampoo achten. Die Silikone bewirken all das, was uns in der Werbung versprochen wird. Die Haare glänzen, sie sind besser kämmbar, sie fühlen sich seidig und geschmeidig an. Aber das alles zum hohen Preis. Damit das alles so wirkt, legen sich Silikone wie ein Film ums Haar und von diesem Film wird alles abgewiesen. Das ist auf die Dauer aber nicht gut, weil die Haare auch natürliche Mittel wie Sebum, Öl, Feuchtigkeit brauch, um gepflegt zu werden und zu sein. Die Haare trocknen aus und werden porös. 
http://www.shampoos-ohne-silikone.de/silikone-in-shampoos-schadigen-das-

Möglichkeiten
Die Möglichkeiten womit man statt Shampoo waschen kann ist riesig! Das ist unfassbar, was man alles als Shampoo umfunktionieren kann. Hier mal ein paar Anregungen:

  • Water only
  • Essigrinse
  • Natron (Backsoda)
  • Tee
  • Roggenmehl
  • Lavererde
  • Eier
  • Haarseife
  • Shampoos von Naturkosmetikmarken

Hier sind einmal ein paar Links, wo die ein oder andere Methode genauer erklärt wird:

Eine Methode möchte ich euch näher bringen, die ich selbst ausprobiert habe. Leider finde ich den Blog nicht mehr, woher ich die Anleitung habe. Es sei mir verziehen! Ich kombiniere das Ganze mit Tipps und Tricks, die ich gelesen haben, während das Thema in Gruppen diskutiert wurde.

Vorbereitung
Ich habe ganz oft gelesen, bevor man die Haare mit etwas anderen wäscht als herkömmlichen Shampoo, soll man erst mal 7 Tage gar nicht waschen.

VORSICHT! Auch danach läuft man wahrscheinlich erst mal mit fettigen Haaren rum. Das muss man abkönnen bzw. es evtl. in eine bestimmte Zeit planen.
Ein Zopf ist da eine tolle Frisur oder dieser Dutt:
Ich hatte nur das Problem, so schön fest sah er bei mir nie aus und auch gehalten hat er nie auf Dauer, so dass ich die Frisur immer mit Haarnadeln zusätzlich fixieren musste. ABER ich trage die Frisur mittlerweile gerne als gängige Frisur, denn sie sieht einfach toll aus. 

Man kann ganz gut hingehen und Kartoffelmehl in die Haare einmassieren, vorher gut durchkämmen, einwirken lassen und das Mehl gründlich rauskämmen. Dann dürften die Haare auch ohne waschen nicht mehr fettig aussehen. Manche bemängel, dass dabei das geschätzte Sebum entfernt wird. Aber grad für die Anfangszeit eine mögliche Methode. 

Man brauch Naturhaarbürsten. Die Haare müssen viel und ausgiebig gebürstet werden. Am besten eine Rundbürste, um das Sebum von der Kopfhaut aus ins Haar zu verteilen und eine normale Bürste, um das Sebum weiter bis in die Spitzen zu verteilen.
Die Bürsten müssen regelmäßig ausgewaschen werden. Bei den Naturhaarbürsten ist meistens eine Pflegeanweisung dabei. Man sollte nur beachten, dass die Bürsten danach erst mal nass sind und von alleine trocknen müssen. 

Ich habe mich für die Essigrinse entschieden. Da sollte man, soweit ich gelesen habe, Apfelessig nehmen. Ich hatte nur Himbeeressig zuhause und hab es damit gemacht. 
Ich habe die Rinse mit 5 Teilen Wasser und 1 Teil Essig gemischt (ich bin aber leicht verunsichert, da ich schon verschiedene Anweisungen zur Herstellung einer Essigrinse gelesen habe. Für die Essigrinse hab ich mir eine Sprühflasche besorgt, damit ich die Rinse auf die Haare sprühen kann. 
Man sollte auch mit einplanen, die Haare tiefen zu pflegen. Da gibt’s auch verschiedene Möglichkeiten, die man miteinander beliebig kombinieren kann. Meinen Haaren tat Joghurt mit Eigelb sehr gut.
(Facebook-Gruppe „Leben ohne Shampoo – Das Experiment“ 
https://www.facebook.com/groups/200036086862476/permalink/202327219966696/ )

Ich habe es nicht abwarten können und habe direkt von normalem Shampoo auf die Essigrinse umgestellt.

Methode
Die Haare müssen vor dem Waschen ordentlich gebürstet werden. Erst mit der Rundbürste und dann mit der normalen Bürste.
Die Haar werden mit warmem Wasser befeuchtet und die Kopfhaut kräftigt massiert. Am besten die Haare einteilen und Partie für Partie die Kopfhaut massieren. 
Dann werden die Haar mit der Essigrinse eingesprüht und einmassiert, kurz einwirken lassen und auswaschen. Dies sollte mit kalten bis lauwarmen Wasser passieren. Unter der Dusche am besten die Haare vornüber auswaschen.
Danach die Haar leicht ausdrücken und ins Handtuch packen.
Um zum Schluss die Restfeuchte und Verknotungen aus den Haaren zu bekommen, sollte man Headbangen. Bei mir reicht 3-5 mal. Sind dann noch letzte Verknotungen da, vorsichtig mit den Fingern durchs Haar gehen, aber nicht Bürsten. Die Haare sind nass sehr empfindlich und sollten nicht gekämmt, gebürstet oder gefönt werden. Haare einfach trocken lassen.
Man sollte die Haare über den Tag verteilt öfters und viel bürsten. Ziel soll sein, dass man die Haare irgendwann weniger waschen muss also in längeren Intervallen. Allerdings kann so eine Umstellung auch Monate dauern und man muss individuell für sich die richtige Pflege fürs Haar finden.

Wenn man die Haare einfach mal trocknen lässt und nichts mit ihnen macht, merkt man auch, zumindest ging es mir so, dass die Haare eine ganz andere Struktur haben als gedacht. Ich habe meine Haare immer als glatt eingestuft und nach dem waschen ohne die Haare zu kämmen oder ähnliches habe ich richtig wild gewelltes Haar. 

Ohne Kämmen: 


Mit Kämmen:


Nach dem ersten Waschen hat meine Kopfhaut gejuckt wie Hulle und die Haare sahen so furchtbar fettig aus. Von da an hab ich immer vor dem Waschen Kartoffelmehl in die Haare gemacht und danach mit Rinse gewaschen.
Ich hab die Haare im Rhythmus wie immer gewaschen (alle 2-3 Tage), aber auch trotz Kartoffelmehl waren die Haar noch fettig, nur nicht mehr ganz so schlimm. Nach ca. eine Woche kam ich mal auf die Idee, eine Tiefenpflege zu probieren und siehe da, die Haare sahen besser aus.
Beim nächsten mal hab ich bei der Tiefenpflege zu dem Joghurt und dem Eigelb noch Honig getan, da sahen meine Haare gar nicht gut aus und ich hab auch einmal Joghurt nur mit Honig gemischt, da sahen die Haare auch fettiger aus. 
Ich habe auch gemerkt, wenn ich einmal in meinem System was geändert habe, dass die Haar ca. zwei Wäschen brauchten, bis sie sich wieder erholt hatten und gut aussahen. Nach zwei Wochen musste ich aufgrund einer Verletzung am Auge das Hardcore Programm durchführen und konnte meine Haare 7 Tage nicht waschen und nur Trockenshampoo benutzen. Einmal wusch ich sie dann mit Alverde Shampoo und Spülung und bin danach wieder in mein Programm eingestiegen.
Ich hatte zunächst definitiv noch mehr Haarausfall als sonst, was aber auch mit den absetzen der hormonellen Verhütung zusammenhängen könnte. Aber trotz des Haarausfalls sind meine Haare griffiger geworden und haben sich positiv verändert, worauf mich mein Friseur ansprach.

Es ist aufwendiger das ganze Prozedere (denn eine Tieepflege muss auch eine gewisse Zeit einwirken), sodass ich mit der Zeit wieder auf Shampoo und Spülung umgestiegen bin, aber von Alverde, also Naturkosmetik. Nach dem Waschen meide ich aber trotzdem kämmen und kämme und föne nur im äußersten Ausnahmefall. Damit bin ich hochzufrieden und es nimmt nicht so viel Zeit in Anspruch. Die muss man wirklich haben :)
Mein Haarausfall ist weniger geworden und die Haare sind dicker. 

Es sind insgesamt gute Tipps, die auch, wenn man sie nicht alle befolgt, den Haaren gut tun. Ich benutzt zum Beispiel immer noch Haarspray oder Haarschaum oder färbe mir die Haare.
Ich bin auch so komplett auf Naturkosmetik umgestiegen. Duschegel von Weleda benutze ich schon lange (die riechen so gut :)) und auch Cremes, Reinigungsmilch oder Deo kauf ich jetzt wie man Shampoo von Alverde. 
Geschminkt habe ich mich noch nie viel, also eigentlich nur die Augen, da ich mich aber auf Grund meiner Verletzung am Auge jetzt schon Monate nicht schminken kann, hab ich noch die konventionellen Produkte zuhause. 

Bei meinem Sohn habe ich von Anfang auf Shampoo o.ä. verzichtet. Auch bis jetzt benutzten wir nur Mandelöl wobei wir schon ein paar mal ein herkömmliches Kindershampoo benutzt haben. Da er aber bis jetzt noch nie wirklich richtig schmutzig war, find ich es nicht nötig, mein Mann benutzt es manchmal für ihn :) Haare waschen wir bei ihm auch ganz oft nur mit Wasser was super klappt. 

Hier möchte ich einmal noch aufs Langhaarnetzwerk hinweisen: Dies ist wirklich gedacht für die Pflege der langen Haare, also jeder der da ist hatte lange Haare oder will lange Haare haben, aber beinhaltet allgemein auch wirklich gute Tipps:


Ich finde, es ist auf jeden Fall ein Versuch wert und jeder (ja, auch die Männer =)) sollte es mal ausprobieren. Evtl. finden man ja eine Alternative für sich =)

Eure Franzi

Hier noch ein paar Links zu ähnlichen Artikeln:


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